Das ATiZu-Projekt, insbesondere dessen Teilbereich Gesellschaftswissenschaft, unternimmt einen Exkurs in die durch Gemeinsamkeiten wie Trennungen geprägte Vergangenheit des bayerisch-böhmischen Raumes und fokussiert durch Geschichten „einfacher Leute“ gleichermaßen seine Gegenwart. Die Schicksale und Erzählungen der Bewohner dieser Region machen die Geschichte erlebbar und fördern das Verständnis für die heutige Zeit. Auch die große Geschichte des bayerisch-böhmischen Zusammenlebens besteht ja aus vielen „kleinen Geschichten“. Der gesellschaftswissenschaftliche Teil des Projekts nimmt die Aktivitäten von Einzelnen wie Gruppen in dem durch die Städte Passau und Budweis abgesteckten Raum in den Blick. Es wird hier ein weitverzweigtes Netz von Zusammenhängen, Überlappungen und Überlagerungen gespannt, ohne dass dabei kontroverse Themen der Geschichte dieses Raums ausgespart blieben: die Vertreibung, die Beneš-Dekrete oder die Zeit der totalitären Willkür des Kommunismus. Im Rahmen des Projekts werden einzigartige Lebenswege von Bewohnern des bayerisch-böhmischen Grenzgebiets aufgezeichnet, die durch deutsch-tschechische Zweisprachigkeit gekennzeichnet waren und sind. Es soll hier das Phänomen des früher gängigen und heute mitunter wieder auflebenden Bilingualismus im anvisierten Raum aufgezeigt und einem größeren Publikum bekannt gemacht werden. 

 

Der sozialwissenschaftliche Teil hat diese Struktur:

  1. Charakteristische Lebensläufe von Einwohnern der Region
  1. Bemerkenswerte Geschichten aus der Vergangenheit der Region
  1. Beispiele für Zweisprachigkeit in der Gegenwart (früher war Bilingualität in der Grenzregion ganz geläufig, heute ist dieses Phänomen wieder verstärkt zu beobachten: Ursachen dieses Phänomens und konkrete Belege als Impulse für die Zusammenarbeit).